Kopfschmerzen

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Kopfschmerzen sind ein häufiges Problem, bei dem Aufklärungsbedarf besteht.

Sind Kopfschmerzen für Sie ein Thema? Sie sollten einen Arzt aufsuchen wenn Sie

  1. häufiger als zweimal pro Woche unter Kopfschmerzen leiden
  2. häufiger als einmal in der Woche Medikamente gegen Kopfschmerzen einnehmen
  3. eine Zunahme oder Veränderung der Kopfschmerzen bemerken
  4. länger als zwei Stunden brauchen, bis Ihnen die eingenommenen Medikamente helfen

Testen Sie hier, an welcher Art von Kopfschmerzen Sie leiden

 

Es gibt zwei große Gruppen von Kopfschmerzen

  • sekundäre Kopfschmerzen – als Begleitsymptom verschiedener Erkrankungen wie Virusinfektion, hoher Blutdruck, vertebragen (durch die Wirbelsäule bedingt).
  • primäre Kopfschmerzen – als eigenständige Erkrankung
    Nur bei einem kleinen Teil der Patienten bestehen sekundäre Kopfschmerzen. Hier wird man versuchen durch den Einsatz geeigneter Untersuchungsmittel die Ursache zu finden und wenn möglich auszuschalten.
    Migräne, oder nicht
    Bei den primären Kopfschmerzen gibt es sehr viele Erkrankungen, zwei Formen sind jedoch für 92% aller primären Kopfschmerzformen verantwortlich: Spannungskopfschmerz und Migräne.
    Ganz wichtig ist es diese zwei Kopfschmerzformen von einander zu unterscheiden, weil sie unterschiedlich behandelt werden.

Migräne

Spannungskopfschmerz

Schmerzen häufig einseitig häufig beidseits
Schmerz pochend Dumpf, drückend, spannend
Schmerzintensität mittel bis stark Schmerzintensität leicht bis mittel
Licht- und Lärmempfindlichkeit Keine Licht- und Lärmempfindlichkeit
Während der Attacken häufig Übelkeit und Brechreiz Selten Übelkeit und Brechreiz
Beschwerden werden bei Anstrengung schlechter Keine Verschlechterung durch Anstrengung
Den Kopfschmerzen gehen häufig Sehstörungen, oder das Gefühl etwas sei nicht in Ordnung voraus (Aura) Keine Aura

 

Behandlung der Kopfschmerzen

Ist eine individuelle Therapie. Patient und Arzt müssen gemeinsam herausfinden, was am besten hilft.
Die Migräne wird behandelt mit

  • Antiemetrika, Mittel die die Aufnahme der Medikamente verbessern und der Übelkeit entgegenwirken wie Metoclopramid (MCP, Paspertin) oder Domperidon (Motilium). Sie sollten etwa 15 Minuten vor den Analgetika oder NSAR
  • Analgetika (Paracetamol) und nicht steroidalen Antirheumatika (NSAR) wie Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen, oder Diclofenac
  • Triptane sind neuere Mittel, die direkt am Serotonin Rezeptor im Kopf die Schmerzleitung hemmen. Es gibt verschiedene Substanzen und es gibt sie als Tabletten, Schmelztabletten, Zäpfchen und Nasensprays. Sie sind oft eine Wohltat für den schmerzgeplagten Migränekranken. Die Einnahme muss mit dem Arzt besprochen werden.
  • Für die Einnahme der Triptane gilt:
    Maximal 2 Tabletten in 24 Stunden
    Maximal 3 Tabletten pro Attacke
    Bei Versagen kann ein anderes Triptan versucht werden, da es individuelle Unterschiede in der Wirkung gibt.
    Nicht häufiger als an 10 Tagen im Monat einnehmen
  • Die vorbeugende Einnahme von Medikamenten (meist Betablocker) kommt zum Einsatz bei häufigen, schlecht behandelbaren, oder lang anhaltenden Migräne-Attacken.Die Spannungskopfschmerzen werden anders behandelt, je nach dem ob es sich um episodische (weniger als 15 Tage im Monat, schmerzfreie Tage zwischendurch) oder chronische (mehr als 15 Tage im Monat, kaum schmerzfreie Tage) handelt.
    Zur Unterscheidung empfiehlt sich ein Kopfschmerztagebuch
  • Beim episodischen Spannungskopfschmerz behandelt man mit Analgetika und NSAR wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure, Ibuprofen, Naproxen, oder Diclofenac
  • Beim chronischen Spannungskopfschmerz wird die Schmerzbahnung durch Medikamente unterdrückt, die sonst für die Psyche als Antidepressiva eingesetzt werden. Am häufigsten ist es Amitryptilin (Saroten). Ein Erfolg der Behandlung ist hier nicht vor sechs Wochen zu erwarten.Eine unkontrollierte Einnahme von Schmerzmitteln kann selbst zu Kopfschmerzen führen, deshalb ist die Koordination mit dem Arzt bei chronischen Schmerzen besonders wichtig.

 

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